Solidaritätserklärungen.

Betreff: [reflect-info] Solidaritätserklärung mit der Frauen_Lesben_Inter _Trans AG der Uni Wien

Die Vollversammlung der Studierenden, das Studierendenparlament und der Allgemeine Studierendenausschuss der Freien Universität Berlin haben sich im Rahmen der bundesweiten Streikaktionen in Österreich mit den Besetzer_innen und Aktivist_innen der Universität Wien solidarisiert. Wir begrüßen und unterstützen den Widerstand gegen neoliberale Umstrukturierungsmaßnahmen und die fortschreitende „Bologna-Reform“ und den Einsatz für mehr studentische Mitbestimmung, ein freies Studium und emanzipatorische Bildung. Zu einer freien, emanzipatorischen Universität gehört jedoch auch ein respektvoller Umgang untereinander, in dem Menschen nicht durch Diskriminierung und Gewalt ausgeschlossen werden. Nachdem es während der Aktions- und Besetzungstage an der Wiener Universität zu
zahlreichen verbalen und körperlichen sexistischen/ sexualisierten Übergriffen gekommen ist, solidarisieren wir uns mit der vor Ort
agierenden Frauen_Lesben_Inter_Trans AG.

“Solche Vorfälle zu verhindern ist unser aller Verantwortung! Sexistische Übergriffe und Situationen sind Teil eines Gesellschaftssystems, in dem wir alle leben. Dass es zu solchen auch während dieser Besetzung kommen kann, ist unser aller Problem! Solange es hier ein allgemeines Desinteresse für antisexistische Themen gibt, solange Menschen nicht eingreifen, wenn sexistische Aussagen getätigt werden und Übergriffe geschehen, wird hier der gesellschaftliche Normalzustand reproduziert! [Menschen], denen ein antisexistischer Raum wichtig ist, finden diesen Zustand unerträglich und können oder wollen sich daher nicht, nicht mehr oder nur teilweise an der Besetzung beteiligen [...]. Viele Frauen*[1] fühlen sich vor allem in der Nacht unwohl und empfinden den ‘Freiraum Uni’ nicht als ausreichenden Schutzraum vor sexuellen Übergriffen. Sexistischer Umgang ist Auschlussmechanismus! Eine breite Protestbewegung wird damit unmöglich!”
(Quelle: wirsindlaut.wordpress.com am 10.11.2009)

Die Vorfälle zeigen auf, wie notwendig die Existenz geschützter Räume ist, so wie der entstandene Raum für Frauen_Lesben_Inter_Trans* im 1. Stock der Uni Wien. Daher halten wir diese für unabdingbar. Wir erklären uns solidarisch mit dem an der Uni Wien besetzten
Frauen_Lesben_Inter_Trans_Raum und unterstützen die sich dort engagierenden Menschen in ihren Forderungen:

* Keine Akzeptanz von sexistischen Wortmeldungen am Podium!
* Starkes Eingreifen von allen bei sexistischen Übergriffen und Vorfällen!
* Keine Diskussion mit übergriffigen Typen, sondern Rauswurf!
* Mindestens 50% Frauen* bei Vorträgen, auf Podien, bei Diskussionsbeiträgen, etc.!
* Mindestens 50% der Redezeit am Podium/ im Plenum für Frauen*!
* Respektvoller Umgang miteinander
* Ein Frauen*raum, als Rückzugsraum, Schlafraum, Diskussionsraum,
* Geschlechtersensible Sprache bei Plakaten, Aushängen, Aussendungen, etc.

“Eine freie Uni für Alle heißt vor allem auch einen Freiraum zu schaffen in dem Sexismus, Transphobie, Homophobie, Antisemitismus und Rassismus KEINEN Platz haben!” (ebd.)

solidarische Grüße,
Bildungstreik_aktivist_innen in der AG Antisexismus FU Berlin

[1] Die Verfasser_innen in Wien haben sich für die Schreibweise Frauen* und Männer* entschieden, weil “nicht nur Frauen Betroffene und Männer Täter sind, weil es mehr als zwei Geschlechter gibt, eine neutrale Schreibweise allerdings die gesellschaftliche[n] Herrschaftsverhältnisse verschleiern würde” (ebd.).

Betreff: Solidaritätserklärung des Referent_innenrats mit der Frauen_Lesben_Inter_Trans AG an der Uni Wien

Sexismus ist ein strukturelles, gesamtgesellschaftliches Problem und geht ALLE etwas an.
Dominantes Sprechverhalten, sexistische Beleidigungen sowie sexuelle Übergriffe sind als Teil dieser sexistischen Struktur anzusehen und sollten deswegen zu inhaltlichen Schwerpunkten gemacht werden.
Forderungen wie: 50% Frauenquote in allen Bereichen des universitären Personals gelten nicht nur für das Personal der Universitäten, sondern sollten sich auch in den Strukturen der Studierenden z.B. bei Protesten widerspiegeln.

Deswegen erklärt der Referent_innenrat der Humboldt Universität Berlin sich mit den Forderungen des Frauen_Lesben_Inter_Trans_Raum in Wien solidarisch.

Die Forderungen des Frauen_Lesben_Inter_Trans_Raumes im Einzelnen:

• Keine Akzeptanz von sexistischen Wortmeldungen am Podium!
• Starkes Eingreifen von allen bei sexistischen Übergriffen und Vorfällen!
• Keine Diskussion mit übergriffigen Typen, sondern Rauswurf!
• Mindestens 50% Frauen* bei Vorträgen, auf Podien, bei Diskussionsbeiträgen, etc.!
• Mindestens 50% der Redezeit am Podium/im Plenum für Frauen*!
• Respektvoller Umgang miteinander
• Ein Frauen*raum, als Rückzugsraum, Schlafraum, Diskussionsraum, …
• Geschlechtersensible Sprache bei Plakaten, Aushängen, Aussendungen, etc.

Mit antisexistischen und solidarischen Grüßen,
Refrat HU Berlin

ÖH FemRef – Feministisches zur Audimax Besetzung

Solidarität mit dem Flitr!
Das Referat für feministische Politik erklärt sich solidarisch mit dem FrauenLesbenInterTransRaum und unterstützt die formulierten Forderungen!

Betreff: Stellungnahme der Basisgruppe Theater-, Film- und Medienwissenschaft zu den aktuellen Protesten

Wir, die AktivistInnen der Basisgruppe Theater-, Film und Medienwissenschaft, unterstützen die aktuelle BesetzerInnen-Bewegung an
den Universitäten, sehen aber auch Verbesserungsbedarf in einigen Punkten.

Eine große Problematik sehen wir in der Bildpolitik vieler AktivistInnen. Fotos von RednerInnen und ZuhörerInnen werden ungefragt im Internet veröffentlicht. Dazu kommt ein oftmals sehr unsensibler Umgang mit persönlichen Daten auf Facebook und Twitter. Auch private Telefonnummern werden sehr leichtfertig weitergegeben. Wir empfehlen einen vorsichtigeren Umgang mit persönlichen Daten und fordern dringend dazu auf, Fotos und Videos nur mit Einwilligung der abgebildeten Personen zu veröffentlichen
(und selbige zu anonymisieren, sollten sie der Veröffentlichung nicht zugestimmt haben).

Wir erklären uns solidarisch mit der AG Frauen. Ein antisexistischer Politikansatz muss für jede emanzipatorische Bewegung zentral sein. Das scheint für viele Audimax-BesetzerInnen leider keine Selbstverständlichkeit zu sein. So stoßen feministische Forderungen im Plenum oft auf Unverständnis, es wird demonstrativ nicht geklatscht und sogar sexistische Beschimpfungen einzelner Rednerinnen sind bereits vorgekommen. Dies insbesondere als es um die Thematisierung sexistischer Übergriffe sowie um die Besetzung eines eigenen Raums für Frauen/Transgender ging. Einen solchen Raum halten wir als Basisgruppe Theater-, Film- und Medienwissenschaft angesichts der Verhältnisse für notwendig und begrüßen die feministische Raumnahme.

Unsere Solidarität gilt auch der AG Antiautoritäre Praxis. Die BesetzerInnen-Bewegung wird dem von ihr postulierten basisdemokratischen
Anspruch leider nur bedingt gerecht. Deshalb halten wir es für wichtig (informelle) Hierarchien aufzudecken und zu hinterfragen. Dazu leistet die AG Antiautoritäre Praxis einen wichtigen Beitrag.

Sehr problematisch finden wir die Personalisierung gesellschaftlicher Verhältnisse, die im Rahmen der Proteste immer wieder stattfindet (z.B. “Der Hahn der wird gerupft”). Selbige halten wir für kontraproduktiv und politisch gefährlich.

Abschließend wollen wir alle zu einem solidarischen, emanzipatorischen und antisexistischem Umgang miteinander auffordern. Wir hoffen auf lang andauernde Besetzungen!

Basisgruppe Theater-, Film- und Medienwissenschaft

www.thewi.at

Betreff: An die Frauen Lesben Inter Trans AG innerhalb der studentischen Protestbewegung!

Wir solidarisieren uns mit der studentischen Protestbewegung an den Universitäten.

Im Rahmen der Uni-Besetzung in Wien kam es zu sexistischen Übergriffen, die körperliche Bedrohung und sexualisierte Machtdemonstrationen beinhielten, gleichwie verbale Attacken und Versuche, Wortmeldungen von Frauen abzudrehen oder sie als „Nebenschauplatz“ darzustellen.
Das ist Sexismus!

Das habt ihr thematisiert, durch eure Arbeit öffentlich gemacht und dadurch politisiert.
Wir schicken euch dafür solidarische und stärkende Grüsse.

Ihr habt einen Frauen_Lesben_Inter_Trans_Raum gegründet, und haltet eigene Workshops ab.

Daraufhin wurde eure Arbeit öffentlich diskreditiert, euch wurde „Männer-Diskriminierung“ vorgeworfen, die „Instrumentalisierung der Bewegung für eigene Anliegen“ bzw. das thematische Vorbeigehen an der „eigentlichen Forderung“ der Bewegung.
Auf diese öffentliche Diskreditierung möchten wir reagieren!

Wir finden es total wichtig und notwendig, dass Frauen sich Raum nehmen. In patriarchalen Verhältnissen ist das immer wieder ein Kampf, das wissen wir aus den Erfahrungen der Frauenbewegung und der 30jährigen Geschichte des autonomen
FrauenLesbenMädchenZentrums.
Mit dem F.L.I.T.-Raum seid ihr nicht „vorbei am Wesentlichen“, sondern thematisiert etwas Zentrales innerhalb der studentischen Bewegung: Ohne die Auseinandersetzung und Überwindung von Sexismus ist „Bildung für alle“ eben nicht Bildung für alle.
Die Studentinnen sind Teil der Bewegung.
Sexismus als Struktur und alltägliche Männergewalt schließt Frauen aus, erschwert Zugänge, macht unsichtbar und verfälscht Lehrinhalte.
Durch eure politische Arbeit thematisiert und bekämpft ihr Sexismus – Sexismus geht alle an!
Antisexismus muss Praxis werden!

Wir sehen FrauenLesbenräume und den Feminismus als Ausgangspunkt, Sexismus radikal in Frage zu stellen, um egalitäre Gesellschaftsmodelle zu entwerfen, zu entwickeln und auch in die Welt zu tragen.

Es gibt keine egalitäre Gesellschaft, ohne Sexismus, Rassismus, Klassenunterschiede, Homophobie, Kapitalismus,… aufzuzeigen – und abzuschaffen.

Der Anspruch auf „Bildung für alle“ verändert Herrschafts-Verhältnisse.

.Solidarische & kämpferische Grüsse!
aus dem Plenum des autonomen
FrauenLesbenMädchenZentrums

Wien, November 2009

Stand: 16.11.2009

Eine Antwort zu Solidaritätserklärungen.

  1. astapolbil

    Liebe F_L_I_T:
    Der AStA der Uni Münster hat sich vor einiger Zeit mit Euch solidarisch erklärt, siehe:
    http://astamuenster.wordpress.com/2009/12/01/solidaritat-besetzer_innen-wien-2/

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